Von Christian Elvers

Während das Trump-Debakel in der Straße von Hormus weiter die Kassen der Krisenspekulanten füllt, liefert die Bundesregierung mit dem Tankrabatt den nächsten energiepolitischen Blindgänger ab.

19.04.26 - Nach der schon in Österreich kläglich gescheiterten Idee, Preissteigerungen an Tankstellen auf „einmal täglich“ zu begrenzen, folgt nun der nächste Versuch politischer Beruhigung: 17 Cent weniger Energiesteuer – befristet auf zwei Monate. Klingt nach Entlastung, ist aber vor allem eines: ein teures Experiment auf Kosten der Steuerzahler.

Denn während in Berlin noch an die segensreiche Wirkung des Marktes geglaubt wird, hat dieser längst geliefert – allerdings nicht im Sinne der Verbraucher. Diesel, trotz deutlich niedrigerer Steuer (rund 47 Cent gegenüber etwa 65 Cent bei Benzin), liegt seit Wochen über dem Preis von E10. Nicht aus Versehen, sondern weil es geht.

Die Annahme, Mineralölkonzerne würden staatlich gewährte Spielräume freiwillig an Kunden weiterreichen, ist kein Optimismus mehr – das ist Realitätsverweigerung. Was möglich ist, wird abgeschöpft. Punkt.

Am Ende bleibt ein bekanntes Muster: Der Staat verzichtet auf Einnahmen, die Preise bleiben hoch – und die Differenz verschwindet irgendwo zwischen Raffinerie und Zapfsäule.

Und dann sitzen sie wieder in den Talkshows, heben ratlos die Augenbrauen und fragen sich, wie es nur zu weiteren Wählerabwanderungen kommen konnte. Als hätte das alles nichts miteinander zu tun.

17 Cent Illusion –

der nächste Rohrkrepierer?